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Jedes Kind kann Rechnen lernen
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Wie erkenne ich eine Dyskalkulie?Rechenschwäche ist kein einheitlicher Symptomkomplex. Ihre Erscheinungsformen sind vielmehr sehr unterschiedlich. Die folgenden Phänomene können isoliert oder auch gehäuft auftreten. Dabei ist zu beachten: Ein einzelnes Symptom ist noch kein sicheres Zeichen für eine Rechenschwäche. Wenn Sie jedoch bei Ihrem Kind eine Vielzahl der aufgeführten Merkmale beobachten und die Schwierigkeiten im Rechnen über einen längeren Zeitraum andauern, empfehlen wir, Ihr Kind auf eine Rechenschwäche hin überprüfen zu lassen. Wir unterscheiden drei Gruppen von Symptomen: Mathematische Symptome
Zum Seitenanfang Psychische Auffälligkeiten (Sekundärfolgen)
Zum Seitenanfang Kognitive StützfunktionenKinder mit der Teilleistungsstörung Dyskalkulie haben auch besondere Schwierigkeiten bei den kognitiven Stützfunktionen. Dazu gehören die Konzentration, die Vorstellungskraft, die Merkfähigkeit und das Abstraktionsvermögen. Sie sind eine unverzichtbare Voraussetzung für das Erlernen des Lesens, Schreibens und gerade auch des Rechnens. KonzentrationEs ist bekannt, dass Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern immer mehr zunehmen. Gerade Kindern mit einer Dyskalkulie fällt es schwer, ihre Aufmerksamkeit ganz auf eine Rechenaufgabe zu lenken und mit Anstrengungsbereitschaft und Ausdauer bei der Sache zu bleiben, bis die Aufgabe gelöst ist. Worin besteht eigentlich die Fähigkeit zur Konzentration? Konzentration stammt von dem lateinischen Wort »centrum« = Mitte. Konzentration setzt voraus, dass der Mensch sich in seinem Zentrum, d.h. in der eigenen Körpermitte verankern und von dort seine Aufmerksamkeit auf eine Sache richten kann. Geistige Konzentration basiert auf körperlich-seelischer Ruhe und Entspannung. Rechenschwache Kinder hingegen stehen häufig stark unter physischer und psychischer Spannung. Sie brauchen daher ein positives Lernumfeld, in dem sie ihren Stress loslassen und innere Ruhe, Gelassenheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können. VorstellungskraftTypisch für Kinder mit Rechenschwäche ist die Unfähigkeit, sich Mengen bildhaft vorstellen zu können. Auch die Vorstellung von Längen, Flächen, Gewicht, Geld und Zeit bereitet ihnen oftmals große Schwierigkeiten. Daher sind sie besonders stark auf Anschauungsmaterial (beispielsweise Bonbons, Plättchen oder Stäbchen) und das konkrete Handeln mit diesen Gegenständen oder Gegenstandssymbolen angewiesen. Nur so kann sich ihre mathematische Vorstellung von Zahlen, Mengen, Größen, Formen und Rechenoperationen entwickeln. MerkfähigkeitEine gute Merkfähigkeit zeigt sich darin, dass komplexe Informationen vom Gehirn gut aufgenommen, verarbeitet, gespeichert und jederzeit wieder abgerufen werden können. Kinder mit Dyskalkulie sind hingegen nicht in der Lage, bei vielschichtigen Aufgabenstellungen die dazu notwendigen Informationen lange genug im »Arbeitsspeicher« zu halten und sie mit bereits vorhandenem Wissen zu verknüpfen, um die Rechenaufgabe mit Erfolg lösen zu können. Charakteristisch für solche Kinder ist auch, dass sie während des Rechnens Teile der Aufgabenstellung ganz übersehen oder vergessen, sie zu bearbeiten. Daher vermitteln wir rechenschwachen Kindern gezielt Einpräge- und Abrufstrategien, um ihre Merkfähigkeit positiv zu beeinflussen und ihre Speicherkapazität zu erhöhen. AbstraktionsvermögenUnter Abstraktionsvermögen versteht man in der Mathematik die Fähigkeit, Gegenstände oder Mengen nach gemeinsamen Merkmalen, beispielsweise nach Farbe, Form oder Größe zu sortieren, sie zu vergleichen, sie Ober- und Unterbegriffen zuzuordnen und dabei wesentliche von unwesentlichen Eigenschaften zu unterscheiden. Fähigkeit zur Abstraktion bedeutet auch, mathematische Sachverhalte verbalisieren zu können. Sie ist wichtig beim Aufbau von logischen Strukturen sowie beim Verinnerlichen von Zahlen und Rechenoperationen. Kinder mit Rechenschwäche müssen diese Fähigkeiten erst erlernen. Sie brauchen daher ein reiches Übungsangebot und viel Zeit, um ihr Abstraktionsvermögen zu schulen. |
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